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100 Jahre Güschglehütte

100 Jahre Güschglehütte

Die Alpe Güschgle wird um 1371 erstmals urkundlich erwähnt. 1913 wurde die Hirtenhütte erbaut, die Baukosten betrugen 2890 Kronen, der Landesbeitrag von 20% wurde in zwei Raten ausbezahlt. 1923 wurde der Stall für ca. 85 Tiere gebaut. 1988 und in den folgenden Jahren wurde die Hirtenhütte renoviert und die neue Wasserversorgung erstellt. 1995 ist die Alpgenossenschaft Gapfahl/Güschgle als Grundeigentümer im Grundbuch eingetragen worden, was die Alpgenossenschaft dazu verpflichtet, neben der Viehbewirtschaftung auch die Pflege des Weidelandes, die Aufforstung und Erhaltung der Waldgebiete sowie die Instandhaltung der Infrastruktur zu gewährleisten. Im Jahre 2010 wurde auch noch ein kleines Wasserkraftwerk zur Stromerzeugung erstellt. Die ca. 300 Genossenschafts-Mitglieder leisten den jährlichen Frondienst gerne oder gelten ihn mit einem Geldbetrag ab. Alphütte und Alpstall liegen auf 1481 m ü. M., im östlichen Valorschtal erstreckt sich die Weidefläche über einen Quadratkilometer, der Galtviehbestand beträgt heute ca. 55 Stück. Seit 1980 versehen Genossenschafterfamilien die Hirtendienste im Güschgle abwechslungsweise. Dies ist zu einer vorbildlichen Tradition geworden. Besten Dank.

In zahlreichen Gedichten und Liedern werden die Naturschönheiten der Alpen sowie das Älplerleben besungen. Wenn auch der Arbeitsalltag auf den Alpen körperlich einiges abverlangt und die Verantwortung für Tier und Natur recht hoch ist, in einem Punkt sind sich alle Älpler einig: Man ist dem Himmel dort ein Stückchen näher. Spätestens, wenn man den Tunnel im Steg hinter sich lässt, verblasst die Hektik des pulsierenden Lebens im Tal. Man befindet sich in einer anderen Welt. Die bunte Bergflora steht zurzeit in voller Blüte, bei Sonnenschein erstrahlt sie in den schönsten Farben. Das Bimmeln der Kuhglocken ist Balsam für die Ohren, den wachsamen Murmeltieren zuschauen, oder gar hie und da scheue Gämsen, Rehe oder gar einen kapitalen Hirsch zu sehen, ist ein Erlebnis der besonderen Art. Wanderungen in unseren Alpen sind ein Fest für die Sinne, wo man auch frische Energie auftanken kann.

Die Alpgenossenschaft Gapfahl-Güschgle feierte am Sonntag, 30.Juni 2013 im hinteren Valorschtal im Güschgle mit ca. 200 Alpinteressierten das Jubiläum „100 Jahre Güschgle Hütte“. Das Wetter meinte es schliesslich doch noch gut mit den Organisatoren. Am Morgen regnete es noch, aber gegen Mittag wurde es trocken und am Nachmittag kam hie und da auch noch die Sonne zum Vorschein. Die Feier begann mit einer Alpmesse, zelebriert von Alt-Pfarrer Walter Bühler, unter Mitwirkung des Männergesangsverein Balzers. Anschliessend wurde das Mittagessen eingenommen. Die feinen Grilladen schmeckten hervorragend. Zum Dessert gab es dann Kuchen und Kaffee. Also für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Den Organisatoren (die Alpvögte Martin Bürzle jun. und Rico Eberle, dem Alpausschuss August Frick, Bruno Vogt und Erich Vogt, den Alphirten Jakob Bürzle, Josef Frick und Sigmund Gstöhl  und allen ihren Helfern) gebührt ein grosses Dankeschön, wie sie alles auf die Beine gestellt und gemeistert haben. Als Überraschung wurde eigens für dieses Jubiläum unter der Regie von Bruno Vogt ein Theaterstück einstudiert, das von den Zuschauern mit grossem Applaus verdankt wurde. Als weitere Überraschung sorgte der Allein-Unterhalter Meinrad Hofstetter aus Schänis (dazwischen bekam er noch Verstärkung von einem jungen Akkordionisten aus Schaan) mit seiner Musik für fröhliche Stimmung. Es wurde gesungen, geschaukelt und getanzt. Man kann getrost von einer gelungenen „Hütten-Gaudi“ sprechen. Gegen Abend verabschiedeten sich dann auch noch die letzten Besucher aus dem Güschgle, sodass der Alphirt Josef Frick mit seinem Vieh alleine zurück blieb. So wird die angekündigte gediegene Feier als ein unvergesslicher Anlass in schöner Errinnerung bleiben.

Aktualisiert (Donnerstag, den 12. September 2013 um 07:25 Uhr)

 
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